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ESSEN.
MITTENDRIN.

Darf’s ein bisschen fair sein?

Der KaffeeGarten Ruhr im Grugapark

Na, dass es so etwas hier gibt, habe ich gar nicht gewusst, sagt der Herr, der vor uns an der Theke des KaffeeGartens Ruhr steht, zu den beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die hier fair gehandelten Kaffee auf Spendenbasis ausschenken. Er ist – genau wie wir – im Rahmen des Projektes "säen, ernten, Essen" hier, mit dem die Grüne Hauptstadt Essen Hofläden, Landwirtschaftsbetriebe und Orte des fairen Handels vorstellt. Wir befinden uns mitten in der Mustergartenanlage des in voller Blüte stehenden Grugaparks, wo der KaffeeGarten Ruhr Fairtrade-Kaffee zum gemütlichen Verweilen inmitten des Parks einlädt und auch Kaffeebohnen und –Pulver zum Mitnehmen anbietet.

Ob Latte Macchiato, Cappuccino, Espresso, Ristretto oder Wiener Melange – selten hat ein Getränk eine solche Vielzahl von Variationen hervorgebracht wie Kaffee. Auch heute noch spielt er eine wichtige Rolle im Welthandel. Er ist nach Erdöl der zweitwichtigste Export­Rohstoff für die Länder des Südens. Auf der ganzen Welt leben über 100 Millionen Menschen von der Produktion, Verarbeitung und dem Vertrieb von Kaffee. Doch obwohl Kaffee das Lieblings-Heißgetränk der Deutschen ist und pro Kopf im Jahr etwa 150 Liter getrunken wurden, werden die Produzenten im Süden davon nicht reich.

Ziel des KaffeeGartens ist es, auch über die Herstellung des schwarzen Goldes zu informieren. Große Stelen, die aus dem üppigen Grün des Parks ragen, zeigen die Lebens- und Arbeitswelt der Kaffeebauern und stellen dar, wie der Kaffee auf dem Weltmarkt gehandelt wird. Im KaffeeGarten-Café finden sich zahllose Artefakte rund um die aromatische Bohne, wie historische Mühlen und Arbeitsgeräte, verschiedenste Kaffeesorten, Bilder und Bücher. Auf einem großen Bildschirm läuft außerdem ein Dokumentarfilm über die Geschichte und Kultur des Kaffees. Im Treibhaus des Grugaparks kann man sich die Kaffeepflanzen von Mai bis Oktober auch live anschauen. Der Röster Alex Kunkel bietet regelmäßig Röstseminare an und es gibt verschiedene Workshops und Seminare für Kinder und Jugendliche.

Das Konzept des Grünen Klassenzimmers wird derzeit weiterentwickelt und soll um die Themenfelder Zucker, Baumwolle und Kakao erweitert werden. Außerdem soll die Ökobilanz von ganz normalen Waren, die man tagtäglich im Supermarkt oder im Kaufhaus findet, informiert werden. Einen Vorgeschmack gibt uns Michael Leonards vom Verein EXILE mit seinem Weltspiel. Neben einer großen Weltkarte steht er mit einer Handvoll Fragen, die die Spieler beantworten sollen. Wir lagen beim Raten so gut wie immer falsch. Hätten Sie gewusst, dass für die Produktion eines Eies 200 Liter virtuelles Wasser gebraucht wird und für eine Jeans gar 11.000 Liter? Wissen Sie woher die Waren wie Avocado, Spinat oder Bananen herkommen, die Sie im Supermarkt finden? Über all das kann man sich in Zukunft auch im KaffeeGarten Ruhr informieren

Schwerpunktmäßig soll es Workshops und Seminare für Schüler, Auszubildende und Studenten geben. "In Studiengängen und Ausbildungsplänen wird viel zu wenig globales Denken vermittelt", sagt Leonards. Gerade in Bereichen wie Landwirtschaft, Gartenbau und auch Textilherstellung würden die Auszubildenden und Studenten zu wenig Bewusstsein für fairen Handel und Ökologie mitgegeben. Hier setzen die Vereine EXILE Kulturkoordination Essen und Eine Welt Netz NRW mit ihrem neuen Bildungskonzept an. Über die Informationsstelen kann sich natürlich auch jeder andere Besucher des Grugaparks schlau machen. Und danach eine leckeren Kaffee trinken…